Timo geht Spazieren

Hallo ihr Lieben,

ich führe diesen Reiseblog seit 2008 und hab Spaß daran, auf diesem Wege über meine Reisen zu berichten. Über Kommentare und Nachrichten freue ich mich immer sehr.

Euer Timo

HeyHo Ihr Menschen...

Willkommen auf meinem "I'm still alive" - Blog..

Ich bin vom 14. August ab für 1 Jahr, 12 Monate, 356 Tage und 8544 Stunden in Uganda und das nicht unter Menschen sondern unter Ziegen und Schweinen. Ok, ganz stimmt dies nicht...ich darf auch Zweibeiner unterrichten, bsp.weise was der Bock und die Ziege falsch machen...

So jetzt habt ihr eine ungefähre Vorahnung, was ich solange machen werde und kann nur noch sagen, dass ich mich über ein paar Zeilen von euch wahnsinnig freuen würde.
Ich selbst schau auch so oft wie möglich rein und schreibe euch dann das wichtigste.

Carpe Diem, Timo

Samstag, 27. Dezember 2008

1. grosser Bericht aus Uganda: Timo und seine Ziegen

Hallo, ihr beneidenswerten Zurückgebliebenen,

Ich sende Euch herzlich warme Grüsse aus dem wunderschönen Uganda. Seitdem ich vor vier Monaten am 14.08. meine Heimaterde verlassen habe, ist für mich jeder Tag wie ein Geschenk, das ich neugierig und voller Vorfreude öffnen darf. Hier am Queen Elizabeth National Parc, 15 km vom Äquator entfernt, arbeite ich für ein Jahr als Freiwilliger im Rahmen des Weltwärts-Programmes in einer NGO, die sich „St. Martinus-Schenke eine Ziege“ nennt. Das Projekt wurde 2006 von den damaligen Abiturienten Robert Wunderlich und Vanessa Velte und einem ugandischen Conrektor, namens Kule Sylvester, gegründet. Das Ziel ist es seine 147 Mitgliedsfamilien, die in 8 Gruppen eingeteilt sind, in allen lebensnotwendigen Dingen wie Tierhaltung und Ernährung zu unterrichten und ihnen danach eine Ziege zu geben, mit der sie sinnvoll wirtschaften können. Meine Arbeit ist mannigfaltig. Mir wurden zwar vom Projekt Aufgabenbereiche zugeteilt, an Freiräumen, die ich mit eigenen Ideen füllen kann, mangelt es allerdings nicht. All meine Arbeiten bewältige ich zusammen mit einer 19-jährigen Abiturientin, namens Johanna Nürk, die freiwillig und auf eigene Kosten nach Uganda gereist ist, um für fünf Monate dem Projekt zu helfen. Sie ist die einzige Weiße, die mit mir am Projekt lebt. Meine Hauptaufgabe für dieses Jahr sehe ich im interkulturellen Austausch. So glaube ich nicht daran, dass ich in diesem Jahr viel bewirken werde. Vielmehr glaube ich, dass man durch das Vorleben einer anderen Denkweise langsam bei den Leuten ein Bewusstsein schaffen kann, dass es auch anders geht. Nur wenn die Menschen von sich aus ihr Bewusstsein erweitern, bzw. verändern, kann es zu einer nachhaltigen Entwicklung kommen. Realistisch gesehen bin ICH allerdings derjenige, der entwickelt wird.

Ein weiterer großer Aufgabenbereich war das Besuchen unserer 147 Familien, was wir jetzt abgeschlossen haben. Dieser Energie und Nerven zehrende Kraftakt war auf jeden Fall notwendig und sinnvoll. Zum einen, um die katastrophalen Fragebögen mit den sicherlich ausgewürfelten Fakten über unsere Mitglieder richtig zu stellen und zum anderen, um ihnen begreiflich zu machen: „Hey, wir interessieren uns für euer Leben und deswegen ist es für uns auch kein Problem mit euch vom selben Teller zu essen!“ Zusätzlich versuchen wir z.Z. den Aktenberg im Büro zu strukturieren und zu digitalisieren. Außerdem konnten Johanna und ich in Kampala, der Hauptstadt des Landes, einen Markt für das Kunsthandwerk unserer Farmer erschließen, was wirklich eine große Chance für die Frauen darstellt um ihr Einkommen aufzustocken. Eine weitere Aufgabe, die mir zugeteilt wurde, ist das Unterrichten der Farmer in Englisch, Mathe, AIDS-Prävention, Lesen und Schreiben. Diese Arbeit macht mir ziemlich Spaß, vor allem, da die Frauen meist recht interessiert sind und grinsend dem Unterricht beiwohnen, was hoffentlich nicht daher rührt, dass ein weißer, „respektabler“ Mann, mit Händen und Füssen wild gestikulierend vor ihnen steht. Es ist allerdings ein bisschen schade, wenn man merkt, dass man mit der allgemeinen Ausbildung des Gymnasiums bald an seine Grenzen stößt. So kann ich zwar den genauen Rezeptor der T-Helferzelle benennen, an den der HI-Virus andockt, weiss allerdings nicht, was man essen sollte, wenn man den Virus bereits in sich trägt. Deswegen überfliege ich hier des Öfteren Kochrezepte für HIV-Infizierte, was in Anbetracht meiner derzeitigen gesundheitlichen Lage nicht nur für meine teils AIDS- befallenen Farmer von Nutzen ist.
Dies führt mich direkt zu einem weiteren Aufgabenbereich meiner Arbeit: Stichwort „Überleben“. Ich habe diesen Punkt ganz bewusst unter der Kategorie „Arbeit“ eingeordnet, da man sich in Deutschland gar nicht bewusst ist, was es bedeutet, etwas Schmackhaftes von sauberen Tellern zu essen oder saubere, duftende Kleidung tragen zu können. Anfangs hat es schon etwas Romantisches, sich ohne eine Herdplatte ein gutes Abendessen zu zaubern oder seine Kleider an einem sonnigen Sonntag in Plastikwannen zu waschen. Aber ich kann Euch sagen, dass man nach einem heißen, anstrengenden Tag draußen bei den Gruppen bald keine Lust mehr hat erstmal eine halbe Stunde zum Markt zu radeln, einzukaufen, dann daheim zu fegen und das Gemüse klein zu schneiden und während der Kochtopf brodelt, runter zum Wassertank zu laufen, um mit dem Wasserkanister Wasser für die leeren Plastikflaschen zu holen, die dann wiederum zur „Desinfektion“ in die UV-strahlenreiche Sonne gestellt werden müssen und und und. Das Problem ist nur, dass diese Arbeiten zu einem manchmal 7-stündigen Arbeitstag noch dazu kommen. Jetzt denken viele sicher, dass 7-stündiges Unterrichten, Fragen stellen, Rumsitzen und Laufen und anschließende 2-stündige Hausarbeit für einen jungen Mann, dessen biologische Uhr voll aufgezogen ist, doch machbar sein sollte. Aber hier kommen einfach so viele Faktoren dazu, die Körper und Geist belasten.

Zum Einen ist das Klima hier tropisch, was heißt, dass es immer über 20`C hat, meistens so 30`C und das bei einer Luftfeuchtigkeit, bei der ich nicht mehr weiss, ob ich einfach nur schwitze, oder ob das Wasser aus der Luft an meinem Körper kondensiert. Dies bedeutet, dass ich täglich bis zu 5 Liter Wasser zu mir nehmen müsste, was mir in der Realität ziemlich schwer fällt. Ein weiterer Punkt, der sehr mein Gemüt beschwert, ist das Essen hier. Falls einer von Euch mal ugandisch kochen möchte, nehme er einfach die mehligste Kartoffel, die er finden kann, gebe Bohnen und Löwenzahnblätter dazu und koch das Ganze drei Stunden lang. Achtung, ganz wichtig: ja nicht in irgendeiner Weise würzen, weder mit Salz, noch mit einem anderen Essen aufwertenden Gewürz. Das war natürlich übertrieben, aber es gibt hier nur selten Essen, bei dem es eine Schande wäre, die Pfanne nicht leer zu lecken. An ein saftiges, proteinhaltiges Fleisch komme ich auch nicht allzu oft ran und wenn, dann bekommt es mir meistens nicht gut. Ich gebe mir aber trotzdem die größte Mühe, was heißt, dass ich mein Gewicht, das im ersten Monat von 68 auf 62 kg gefallen ist, halten kann. Ein weiterer Punkt, warum ich nicht zur vollen Leistungsfähigkeit auffahren kann, ist, dass den Leuten hier der europäische Drang zum Stress völlig fehlt. Alles ein bisschen ruhiger angehen und sich für Dinge Zeit nehmen, kann ja echt nett sein. Aber auf Dauer greift das die Psyche an. Ob man auf dem Markt einkauft oder mit Ugandern Fahrrad fährt oder bei ihnen eingeladen ist, alles geht ganz laaaangsam, irrational und unökonomisch von statten. In diesem Punkt bin ich doch mehr deutsch als ich gedacht habe. Aber man muss sagen, dass sich im Laufe der Zeit schon Vieles getan hat. Während ich im ersten Monat noch 1 ½ h für den Fußmarsch zu den Gruppen brauchte, schaffe ich das jetzt mit dem Fahrrad in einer halben Stunde. Die Arbeit ist, seitdem wir mit dem Besuchen unserer Farmer fertig sind, auch weniger geworden. Wir hatten auch schon länger keine Wasserknappheit mehr, weswegen wir nicht mehr auf Flusswasser zurückgreifen müssen, was meiner Gesundheit sehr zu gute kommt. Zu diesem Punkt muss ich allerdings gestehen, dass ich durchaus die Möglichkeit hätte, Trinkwasser zu kaufen. Aber bis jetzt bin ich noch so unvernünftig, weil ich lieber wenig Geld für Anti-Würmertabletten ausgebe, als viel Geld für Kauf und Transport der Flaschen. Auch sonst geht es mit meiner Gesundheit Berg auf. Und wenn mal was sein sollte, dann kann ich gleich zu meinen deutschen Freunden im nahe gelegenen Krankenhaus gehen, die mich dann mit Kuchen und Antibiotika gesund pflegen. Außerdem haben wir am Projekt einen Farm- und Clean- Day eingeführt, was heißt, dass es zum einen einen vollen Tag gibt für alle möglichen anfallenden Arbeiten, wie das Besprühen der Ziegen, und zum anderen, dass ich jetzt ein komplettes Wochenende habe, das nur von den zahllosen, der englischen Sprache nicht mächtigen, Besuchern gestört wird.

Allgemein kann ich über mangelnden Kontakt zur Bevölkerung nicht klagen. Dadurch, dass ich durch die Besuche einen so großen Einblick in das Leben „meiner“ Farmer gewinnen konnte und nicht erhaben in einem Bischofspalast residiere, glaube ich, dass ich einigermaßen über die Unterschiede zwischen Europäern und Ostafrikanern Bescheid weiss. Die Ugander, im Speziellen der Stamm der Bakonzo, mit dem ich hier zusammen lebe, ist ein sehr lebensfreudiger Stamm. Noch nie habe ich Menschen zuvor gesehen, die bei einem Einkommen von unter 1 € eine solche vollkommene Lebensfreude ausstrahlen und ausleben. Ein Jeder grüsst den Anderen auf der Straße und schenkt jedem Bekannten, den er auf der Straße trifft, ein paar Minuten seiner doch so knappen Lebenszeit. Wenn man bedenkt, dass Europäer im Durchschnitt 20 Jahre länger leben als Ugander und man diese Zeit hochrechnet, die sie mit Menschen verbringen müssten, dann wirken Europäer aus Sicht der Leute hier noch mehr wie seelenlose Maschinen. Aber ich muss gestehen, dass ich trotz dieser netten Bekanntschaften schon den einen oder anderen Kulturschock hinter mir habe. Dinge wie das örtliche Schönheitsideal: kräftige Arme, dicke Hintern und eine kleine Zahnlücke zwischen den Schneidezähnen kann man noch nachvollziehen, aber bei den Ausübungen mancher Bräuche habe ich schon Probleme, die hiesige Kultur in meiner Weltanschauung unterzubringen. So verzieht das Hochzeitspaar bei der Feier keine Miene und der Gang zum Altar ähnelt mehr dem Gang zum Schafott. Es ist auch selbstverständlich, dass der Mann von einem gewissen „Garantie-Recht“ Gebrauch machen kann und die jüngere Schwester seiner Frau heiratet, falls diese verstorben ist. Eine weitere Eigenart ist, dass relative viele Menschen auf ihren Körpern kleine Narben tragen, die von einer „Behandlung“ durch Hexer stammen. Bei dem Gedanken an solche Praktiken habe ich schon ein flaues Gefühl im Magen, besonders, da gerade erst Fälle bekannt geworden sind, dass ein paar Kinder den Göttern geopfert wurden, um Häuser vor dem Einsturz zu bewahren. Hier ist es auch üblich, dass man Leute, die man nicht leiden kann, einfach vergiftet. So wurde das Kind einer Farmerin vergiftet, weil die Ehefrau ihres Bruder neidisch auf sie war und sie peinigen wollte. Verallgemeinert würde ich sagen, dass der größte Unterschied der Kulturen in den Menschen selbst liegt. Die Leute hier sind, so banal wie komplex es auch klingen mag, anders. Sie fühlen anders, sie denken anders und sie handeln anders, als ich es als Europäer gewohnt bin. Es fällt mir hier beispielsweise sehr schwer mit den Einheimischen zu kommunizieren. Natürlich liegt das teilweise daran, dass ich kaum Lukonzo sprechen kann, da es zum einen sehr schwer zu lernen ist und es zum anderen sehr entmutigend ist, eine Sprache zu lernen, die in der Nachbarstadt schon nicht mehr gesprochen wird. Es liegt aber auch daran, dass die Menschen hier ein komplett anderes Denkmuster aufweisen. Sie verstehen keine Ironie und können nur sehr selten konkret Fragen beantworten. Als ich beispielsweise auf der Straße einen Mann regungslos liegen sah, fragte ich den Busfahrer, ob man schon den Notarzt verständigt hat. Er antwortete mir: „Ja, ich glaube der Mann lebt noch.“. Oder wenn ich auf dem Markt frage, ob es das grüne T-shirt noch in einer Nummer kleiner gibt, dann gibt mir der Verkäufer ein zwar kleineres, aber komplett anderes T-shirt. Am Deutlichsten wird Unterschied wenn man das ugandische Schulsystem betrachtet. Ich habe schon ein paar Schulklassen besucht und überall war es dasselbe Bild. In Deutschland würde der Lehrer auf die Tafel zeigen und fragen: „What is this?“, und der Schüler würde antworten: „It’s a black bord.“. Gleiche Situation in Uganda: Lehrer: „This is a black bord… a black bord…it is what?“; Schüler: „It’s a black bord.“. Deswegen sind hier viele Schüler nicht fähig eigenständig zu denken, was dazu führt, dass Ugander wahrscheinlich die führenden Weltmeister im Auswendiglernen sind. Ungefähr das gleiche Phänomen lässt sich in der Kirche beobachten. Die meisten Leute sind fleißige Kirchgänger, aber ihnen fehlt der typisch westliche Zweifel in ihrem Glauben. Sie sehen auch nicht ein, warum sie daran etwas ändern sollten, denn in der Bibel heißt es: „Selig, die glauben ohne zu sehen.“ (oder so ähnlich). Das Problem ist nur, dass sie dem Pfarrer genauso Glauben schenken wie den oft gefährlichen Hexern. Allgemein bin ich von der Kirche hier enttäuscht. Sie leistet zwar viel Entwicklungshilfe, doch der christliche Glaube animiert die Leute nicht, wie in der lateinamerikanischen Befreiungskirche, Hilfe an sich selbst und am Nächsten zu üben. Sie sagen vielmehr: „Bete zu Gott, dann wirst du schon genügend zu essen haben.“ Ihr seht, dass ich jetzt schon viel über meine Arbeit und die Menschen erzählt habe, ohne meine sonstigen Erlebnisse und Eindrücke zu schildern. Doch um Euch schriftlich mitzuteilen, was ich bisher alles erlebt habe, müsste ich den halben Regenwald abholzen. Ich beschränke mich deswegen nur auf eine bloße assoziative, stichpunktartige, nicht-chronologische Aufzählung des bisher Geschehenen: Schlachten eines Hahnes und eines Hasen, wobei der Hase leider sehr große Augen hatte; Spielen von deutschen und englischen Liedern mit der Gitarre in der Kirche; Wandel der Haarpracht vom Hippy, zum Emo und jetzt zum Skinhead, wobei die letzte Frisur von den Afrikanern ironischerweise als Zeichen meines Willens zur Integration gedeutet wird, was nur sekundär stimmt. Primär ist sie einfach unglaublich praktisch; Besuch von Leopold Wunderlich, dem „Vater“ des Projekts, Robert Wunderlich, dem Initiator und Alev, einer „Kamerafrau“, die mich besucht haben, um das Projekt zu inspizieren und einen Film darüber zu drehen; Fahren mit dem Motor-Cross Bike durch den Matsch; Laufen mit einem Fahrrad in der linken und einem Huhn in der rechten Hand durch den Matsch; Pizzabäcker mit Schlitzaugen; 8-stündige Busfahrt ohne Klo; Party im Friseursalon; Bekanntschaft mit einer Windel, die durch das offenes Fenster eines Hauses in Kasese flog; Brief eines mir unbekannten Sohnes einer Farmerin von uns, in dem folgendes stand: „Hello my best friend, I want one bike, one ball, two big cherricans, Thank you, your best friend, Francis“; Zwei Schultage in einer Secondary School voll miterlebt, d.h. 3:30 aufstehen und 21:00 zu Bett gehen (wie es um die Konzentrationsfähigkeit der Schüler bestimmt ist, kann sich wohl jeder denken); Treffen mit zwei Bischöfen, wobei ich einmal vor allen Versammelten auf Englisch vorbeten musste; Mitbeten in einer Moschee; Feiern der deutschen Wiedervereinigung mit Weißwurscht, süßem Senf und gezapftem Bier; Wandern im Regenwald; Kopf in das spritzende Wasser eines Wasserfalls halten; Beobachten von Hyänen, Elefanten und Antilopen auf der normalen Landstrasse; Bewundern von allen möglichen afrikanischen Tieren bei der Fahrt durch den „Kasinga Channel“, wobei der König der Tiere noch auf meiner photographischen „Abschussliste“ fehlt; Baden im traumhaften Lake Kivu; Wildwasser Rafting im Nil bei Stufe 5; Kuscheln mit den süßesten Kindern und Babies auf der ganzen Welt!

Abschließend möchte ich allen danken, die mir dieses einzigartige Jahr ermöglichen. Danke an meine Organisation und an Weltwärts, dass sie so viel Vertrauen in mich gesetzt haben. Danke an meine zahlreichen Spender, die mir helfen dieses Jahr unbekümmerter genießen zu können. Danke an meine Freunde, die immer eine Kerze für mich brennen lassen und Danke an meine Familie für die wöchentlichen Anrufe und monatlichen „Notfall-Pakete“, die meine Seele und meinen Bauch mit Wärme füllen.
Ich weiss, dass dieses Jahr ein ganz besonderes Jahr ist und ich hoffe, dass ich nach einem Jahr mit ein paar Erfahrungen und einer Flasche abgefüllter Lebensfreude reicher nach Deutschland zurückkehren werde. Schon jetzt bin ich um die Gewissheit reicher, dass ich ein Jahr in Amerika oder England ohne größere Probleme überstehen würde, da ich bis jetzt keine Spur von Heimweh habe. Natürlich habe ich meine Familie unglaublich lieb, aber dadurch, dass ich weiss, dass sich in dieser Beziehung nie oder nur sehr langsam etwas ändern wird, habe ich keine Angst sie zu verlieren. Man kann jemand nur vermissen, wenn man versucht ihn festzuhalten! Was ich allerdings vermisse sind meine Freunde und bestimmte materielle „Grundrechte“ wie eine immer funktionierende Dusche, eine harte Matratze, Privatsphäre, die man leider zu Zweit in einem 10 m² Zimmer nicht hat und Essen, das schmeckt und an der nächsten Döner Bude leicht, schnell und billig erhältlich ist. Das ist auch schon eine meiner großen Herausforderungen hier: die Sehnsucht! Sehnsucht nach gutem Essen, Sehnsucht nach geistiger Nahrung, Sehnsucht nach Kälte, Sehnsucht nach Stress, Sehnsucht nach einem guten Gespräch, Sehnsucht nach kantigen, Hass erfüllten Menschen,… Ich hoffe, dass ich während diesem Jahr lerne mit dieser zerfressenden Sehnsucht umzugehen.
Unter anderem ist ein Ziel meiner Reise die Höhen und Tiefen des Lebens kennen zu lernen und ich muss sagen, dass Uganda dafür die perfekte Grundlage bereithält. Es gibt hier an allem viel: viele Geburten, viele Hochzeiten, viele Beerdigungen. Wie die Natur sprießt und vergeht hier alles in Massen. Homo Faber würde sagen: „Es stinkt nach Fruchtbarkeit!“ Das ist das Reizvolle an diesem Land. Es ist praktisch unmöglich oberflächlich dahinzuvegetieren. Etwas anderes, was mir hier bewusst geworden ist, ist, dass ich ein totales Herdentier bin. Ich bin so froh über jeden Menschen, mit dem ich hier interagieren kann. Vallence, unser Farmmanager am Projekt, erklärt mir alles über Männer und Frauen in Uganda. Sylvester, der ugandische Kopf des Projekts, versucht ein bisschen die Vater Rolle einzunehmen. Die deutschen Ärzte am Krankenhaus und die schottischen Missionare in Kasese zeigen mir hin und wieder wie schön man doch in Uganda leben kann. Johanna hilft mir durch ihre deutsche Stimme am Projekt und durch ihre Person, die meinem Typus zunächst komplett entgegengesetzt war. Mit der Zeit haben wir uns allerdings aneinander gewöhnt, uns angeglichen und auch ein bisschen lieb gewonnen. Wiebke, eine Erziehungswissenschaftlerin und Phillip, ebenfalls wie ich ein Freiwilliger vom BDKJ, sind meine geistigen Stützen in Uganda. Mit ihnen kann ich auf hohem Niveau diskutieren und trinken. Ganz wichtig sind natürlich auch alle Menschen, die mit mir über Internet oder Handy Kontakt aufnehmen und mir helfen, den Draht nach Deutschland nicht völlig zu verlieren. Ganz besonders seien da erwähnt: Simon Bongard, mein bester Freund, der gerade für ein Jahr in Tansania ist, Katja Mohn, meine aller beste Freundin und Dominik Volk, der für die Freuden des Lebens zuständig ist. Mit all diesen Leuten im Schlepptau denke ich, dass ich gut gewappnet bin für die nächsten zwei Drittel. Das erste Drittel ging schon so schnell rum, auch wenn es mir so vorkommt, dass der Tag der Abreise in Deutschland schon Jahre zurück liegt. Bis jetzt zumindest genieße ich jeden Tag, an dem ich die Wunder dieser Welt bestaunen darf und ich bin froh, dass mir mein Projekt so viele Freiheiten lässt, was manche Entbehrung wieder aufwiegt. Am 13. Januar fliegt allerdings Johanna zurück nach Deutschland und dann werde ich alleine am Projekt zurück bleiben, was eine harte Probe darstellen wird. Ok, Vallence, der Farmmanager, Ericana, der Übersetzer, Dr. Yussuf, der Tierarzt und Kato, der Ziegenhirte werden mir am Projektgelände noch Gesellschaft leisten. Ich bin gespannt wie ich mit dieser neuen Situation umgehen werde. Das ist aber auch das Schöne hier. Es gibt eine solche Fülle an Möglichkeiten und Wege, die man begehen kann, sodass man immer gespannt sein kann, was als nächstes kommt. Ich freue mich auf die Zukunft!

P.S.: Wer noch mehr Informationen zu meinem Projekt haben möchte, der kann dies unter: www.schenkeeineziege.de tun.
Ich freue mich wahnsinnig über jeden, der mir ein paar Zeilen schreibt!!! Im Grunde beantworte ich alle Nachrichten. Dies kann nur leider wegen den örtlichen miserablen Begebenheiten eine Weile dauern.

Machts gut und bis bald,
euer Timo Kussauer

Dienstag, 18. November 2008

Rwanda

Hey ihr Beneidenswerten,

ich bin mal wieder zurueck im Choas. Kam gestern aus Ruanda zurueck und weis jetzt, dass Afrika nicht gleich Afrika ist. Ruanda ist ja nur von mir 2h entfernt, aber es ist so ne vollkommen andere Welt. Wir(Johanna und ich) waren in einer Woche zuerst in Kigali, der Hauptstadt, dann in Kibuye, am Lake Kivu und abschliessend in Nyungwe National Forest. Kann ich jedem nur aufs Herz legen. Der See war sooo gigantisch. Keine Bilharziose Gefahr und so konnt ich mit einem genialen Insel-berg-panorama meine Bahnen ziehen. Das essen war auch einfach super: Karottensuppe mit Kaesebroetchen, Gemueseeintopf in ner Ananas...kann man nichts sagen....alerdings ist Ruanda auch so teuer wie schoen. Fuer den ganzen 1WochenTrip haben wir gemeinsam 400 Euro ausgegeben. Das sind fur einen Ziegenhirten keine Peanuts.
Als Auslandskorrespondent der SChwaebschen Zietung kann ich sagen, dass die Sicherheitslage im kongo deutlich besser ist als es in europaeischen Nachrichten gezeigt wird. Ich war fuer 3 Tage im kongolesichen Grenzgebiet und hab bis auf 4 Soldaten und einen Hubschrauber nichts von der Rebellengefahr mitbekommen. Auch das Touristenministerium hat uns versichert, dass ganz Ruanda rebellen frei sei. Das ist aus meinem Blickwinkel zwar schwer zu beurteilen, aber selbst ibei Koma(das wohl gefaehrlichste Gebiet), kenn ich ne Freiwillige, die versichert, dass es rel. sicher ist. Aber jetzt bin ich ja wieder zurueck und dass heisst, Mama, kannst wieder ausatmen.
Aber wieder Zurueck mi Busch, muss ich sagen, dass mir das Spiesser Ruanda doch besser gefallen hat. Am besten konnte man den Unterschied zwischen den beiden Laendern sehen, als wir hier der Grenze angehalten haben und dopppelt so viele Leute in den Bus geladen wurden, wie die Polizei eigtl erlaubt. Dann gings los auf beschissenen, loecheruebersaeten strassen. Einmal waeren wir fast umgekippt, weil der Busfahrer wie ein Verrueckter die Wiederstandsfaehigkeit seiner Stossdaempfer testen wollte. Sie haben nicht bestanden!
Aber nach einer kurzen hoechst professionellen Reperatur gings dann weiter.
Meine beste Freundin hat mir heute geschrieben, dass ich hier in der krassen WElt der Realitaet lebe. Ich kann dazu nur sagen, dass wenn das hier die Realitaet ist, dann moecht ich gern die augen schliessen und traeumen. ICh fuehl mich wie der Veraeter in dem Film MatrixI, der mit dem Agenten am Tisch sitzt und den fantastischen Lachs verspeist und sagt: Unwissenheit ist ein Segen!
Aber das ware jetz arg depressive Gedanken. Bin teilweise ja auch wieder froh daheim zu sein. Hier bin ich mein eigener Herr, ich kann kochen was ich will, kann meine Waesche machen wann ich will und kann chillen wann...ok, wenn uns niemand der freundlichen Leute besucht.

Ich habs immer noch nicht ganz abgestellt von geilen deutschen Dingen zu traeumen, aber "das bisschen Sehnsucht bringt mich nicht um".
Muss auch langsam mal ran und mir ne ernaerungsplan zusammenstellen. Falls irgendjemand ideen hat, wie ich am Tag so viel und so fetthaltig wie moeglich essen kann, bin ich fuer jeden Vorschlag dankbar. Hab naemlich immer noch nicht zugelegt. Fuehl mich einfach unwohl mit meinen 61kg, bin voll die Bohnenstange und selbst mein toller, knackiger Hintern hat an Reiz abgeommen.
Wie immer freu ich mich ueber alle Leute die mir schreiben und ende mit den Worten: Danke Gott fuer Erde, Wind und Wasser, aber auch fuer den Weizen, fuer die Shisha und das Schnitzel.

Donnerstag, 6. November 2008

3 Tage wach in Kasese

Peace oilder, fix oilder,

Ich will jetzt nicht schon wieder schreiben, dass es mir klasse geht, aber es stimmt einfach. Dabei kann ich nicht wirklich begruenden wiso. Ich lebe hier einfach vor mich her, versuche mich nicht mehr zu wundern, wenn mein Uebersetzer es einfach nicht schafft auf 10 zu zaehlen und verfolg auch sonst keine anspruchvollen geistigen Gedankengaenge. Vor einer halben Woche hatte ich mal mit Johanna eine tiefschuerfende Diskussion ueber den Sinn allen Strebens, oder bzw. den Unsinn allen Strebens. Das war das einzige Mal seit langem, dass meine verholzten Gehirnzellchen mal wieder schufften mussten....war ein geniales Gefuehl kann ich euch sagen...ich weiss gar nicht wie ich bei meiner derzeitigen geistigen Verfassung ins Studienleben reinkommen soll.
Ich bekam ausserdem viele Anfragen, ob ich hier schon eine schoene schwarze AIDS Frau gefunden haette. Dies kann ich gluecklicherweise mit NEIN beantworten. Wenn ich von -meiner frau- spreche, dann meine ich damit Johanna. Diese ist wie schon einmal erwaehnt meine Weggefaehrtin hier und meistens echt locker drauf. Wir sind auch weder verheiratet, noch verliebt, noch teilen wir ein Bett miteinander und ich fang garantiert nichts mit ihr an. Allein schon aus dem Grund, da hier ein bestimmter Muskel an meinem Koerper, aufgrund von Syphilis und Co irgendwie auf Standby geschalten ist.ICh nen sie nur meine Frau, weil das hier fuer die Leute verstaendlicher ist. Normale Freunde koennten ja unmoeglich im selben Zimmer schlafen!
Da wir gerade in Kasese sind, der naechst groessten Stadt bei uns (60.000), haben wir gestern die moeglichkeit wahrgenommen und sind abrocken gegangen. War ziemlich groovy. Hab in nem Club vor grossem Publikum Karaoke gesungen. Hab sogar stolze1700Ug Sh eingenommen (80Cent)...ohh, haette fast das Zitronenbombong vergessen:)

Am so gehts nach Ruanda. Trotz den Wahrnungen der Botschaft versuchen wir uns durch das kogolesische Ggrenzgebiet hindurchzuschlagen...ok, Mama...hab keine Angst. Die Miltitaerpresenz hier ist ziemlich hoch und die EInheimischen sagen alle, dass es wirklich kein Problem sei. Wenn nicht gibts ja immer noch die Blauhelme, die schon `94 ihr SChlagkraft demostriert haben.
Gesundheitlich gehts mir einigermassen. Hab staendig en Blaehbauch, aber ich weis nicht ob das nur von den Bohnen kommt und von unerwuenschten Mitbewohnern. Gestern hatte ich auch sum ersten mal einen blutigen Stuhlgang. Geh aber gleich am Sa zu unseren dt. Aerzten, die werden das wieder regeln.

Vielen Dank an alle die mir bis jetzt aus der Ferne geschrieben haben. Es erfuellt mich jedesmal unglaublich, wenn ich ein bisschen Vaterlandluft schnuppern darf.
Ich versuche langsam meine Sehnsuchtsvollen Gedanken an dt essen abzustellen und sende euch sonnige, verschwitze Gruesse aus Uganda.

Euer Timo

Samstag, 18. Oktober 2008

Wer denkt SEX sei die schoenste Sache der Wekt, der war noch nie bei Mama essen ;)

Hey meine Schatzis,
endlich hab ich mal wieder die Moeglichkeit euch zu schreiben...hammergeil....ich sitzte gerade auf einem fetten, geilen, superbequemen Stuhl im Haus von reichen Weissen und fuehl mich einfach pudelwohl.
Der Gegensatz zu dem, wie man hier leben koennte und wie wir real leben ist einfach krass. Bei den -reichen- Saecken handelt es sich um ein junges Paar aus Schottland, die vor 6 Wochen in UG angekommmen sind und vorhaben hier 10 Jahre zu verbringen. Wir, also ich und meine Frau, haben also heute einen Beauty tag eingelegt, was bedeutet: zuerst Spagetti Bolognaise, dann 3stuendiges schwimmen im Schwimmingpool eines Hotels und danach Chilli Conkarne mit abschliessendem Kuchen...simply amaaaaaazing! Ok, die Bolognaise bestand aus Hackfleisch mit Paprika, der Pool sah dreckiger aus, als unser Kisslegger Obersee, aber hier war es der geilste Tag, den ich siet langem hatte.
Das lernt man auf jedenfall hier: selbst bei den kleinsten Dingen, wie den geruch von gebackenen Teig zu grinsen, wie ein Kind beim Schlozter schlecken. Oder Schokolade: in Dt. verschling ich ne Tafel, ohne zu realisieren, dass schon ein einziges Stueckchen es fertig bringt, dich in orgastische Extase zu versetzen.
Davor hab ich auch ne ziemlich geile Zeit genossen. Zuerst Wiedervereinigung in Kampala mit Bier und Weiswuscht, dann Masaka, wo mich ein Jungmissionar namens Phillip Paulus, zu sich in seine Residenz eingeladen hat. Dort gabs Lasagne...ihr habt keine Ahnung, was das hier bedeutet...Lasagne bedeutet geschmolzener Kaese....ich dreh durch wenn ich mir noch die braungebrannte Kruste einer Kaese platte vorstelle.
Das war wirklich genial...konnte dort auch meine Filmsucht mit Herr der Ringe II befriedigen.
Wie ihr sieht, hab ich hier wirklich gelernt, das Leben zu leben. Aber trotz der wunderbaren Landschaft, die ich gerade mit meinem Motor cross bike unsicher mache, will ich euch nicht verheimlichen, dass ich, meine Freunde und e bissle auch meine Family, vermisse. Die Leute hier sind alle wahnsinnig nett, aber man kann einfach nicht mit ihnen ueber Tefflon Scheisse diskutieren, wenn ihr versteht was ich meine.
ICh komm mir auch hier wie ien Alki vor...ich trink ja wirklich nicht viel, aber da die meisten hier praktizierende UltraChristen sind, ist das wenige schon zuviel. Selbst mit meinen englischen Freunden kann ich keine Witze oder Kommentare zu Alkohol machen...die schauen dann nur komisch und denken sich: hat der am abend nichts besseres zu tun, als ueber Bier zu philosophieren?! Komisches Volk...denken es macht mehr spass, den abend mit irischen Taenzen zu verbringen, als mit dem Leeren von Flaschen.
So..morgen gehts wieder zurueck in die Wildnis...obwohl die Wildnis langsam zahm wird. Vor einer Woche haben wir naemlich ne richtige Dusche so mit Duschkopf bekommen und ich lege mir gerade auch ein paar Haennen zu, sodass es hoffentlich bald Egg and Beans zum Fruehstueck gibt...dass waere sensationell.
Dann machts mal gut, ich hoffe, ich hoer bald mal ein paar News von euch biersaufenden Rindviehzuechtern.
Falls ihr mal lust habt, koennt ihr mich auch gerne mal anrufen: 000256777717195
Hoff euch gehts gut und ihr geniesst das Leben in vollen Zuegen,

euer Timo, der morgen sein gueldenes Haar verliert;)

Donnerstag, 4. September 2008

Kampala

Hallo meine Freunde,

ich schreibe euch von der Hauptstadt Kampala. Ich und meine Arbeitgeber werden hier fuer 2 Tage residieren, da wir ein paar geschaeftliche Dinge taetigen muessen. So haben wir ein Motor Cross Bike gekauft, das ich mitbenutzen darf. Auserdem weis ich jetzt wo ich Schokolade kaufen kann, falls ich mal in ne Depression falllen sollte.

Die Anfahrt war mal wieder wie alles hier in Uganda, der Wahnsinn. Im Bus waren wir eng gedraengt und mussten uns ueber 9h die schlechtesten Amerikanischen Ballerfilme und die adequaten afrikanischen Liebesschnulzen geben. Echt kein Spass kann ich euch sagen.
Das beste war..als ich mal aufs Klo gehen musst, bin ich einfach waehrrend eines kurzen Stops ausgestiegen und hab in die naechst beste Ecke gesaeucht..leider war das die eines Marktes und ungefaehr 10 Leute haben zugeschaut...diese Leute waren dann ziemlich sauer, haben mich am arm gepackt und schrien -you are arrested-. Das war ziemlich scheisse. Ich hab mich dann losgerissen und bin zurueck in den Bus gefluechtet.

Kampala ist super. Gestern war ich bis halb 5 weg, was fuer Uganda 3 Tage wach gleichkommt. Ich hab naemlich ne 1A Rockbar / Disse gefunden...war echt sensationell.

So, meine Zeit laeuft ab..ich hoffe, ich kann euch so bald wie moeglich mal mehr schreiben und euch ein bisschen einen Einblick in mein Dderzeitiges Leben geben.

Also, bis dann, Timo

P.S.: Ich wuerde mich ueber jede Nachricht von euch freuen.

Sonntag, 31. August 2008

1. Flaschenpost

Hey ihr Zurueckgebliebenen!

Ich bin sicher in Uganda angekommen. Ich bin jetzt schon gute 2 Wochen hier, was mir nur meine uhr verraten kann. Ich selbst hab hier irgendwie jegliches Zeitgefuehl verloren. Man steht hier auf, kann sich trotz der Hitze fuer wenige Stunden auf den Beinen halten und dann faellt man auch schon wieder totmuede ins Bett...
Ihr seht also ich hab mich praechtig eingelebt, was jetzt nicht heisen soll, dass ich das Vorurteil, dass Afrikaner nichts arbeiten untermauern will...nein, mache arbeiten sogar ziemlich viel...nur kann man bei dieser bruetenden Bockelhitze einfach nichts anderes tun, als zu schlafen.

Der 1. Tag hat schon mal super angefangen...ich kam nachts um 22Uhr an..voellig durchnaesst. Und wer hat auf mich gewartet..nur die Johanna, die uebrigens ziemlich in Ordnung ist...fuer die ersten 2 Wochen....von meinem leader hat auf jeden Fall jede Spur gefehlt...so haben wir uns dann erst mal selbst mit dem Taxidriver gestritten, fuer wieviel er uns zyum naechsten Backpacker Hotel bringt und dann mit dem besitzer des Hotels. Es war also nichts mit eingewoehnungsphase..gleich rein ins Leben..war aber im Nachhinein, das beste was uns passieren konnte. So sind wir naemlich nachts noch in die Stadt gezogen, wo wir unsere bisher einzige Party gefeiert haben. Das muesste ihr euch so vorstellen. Wenn es so um 7 Uhr dunkel wird, dann werden alle Laeden in Kampala zu kleinen Dancebuden umgebaut. So wurden wir in einen Friseur landen reingewunken, wo wir gleich ein fantastisches bier Marke -Nil pils- getrunken haben. Und dann ging das Geschakere ab..war ziemlich heis muss ich euch sagen...das haben wir aber auch bitter gebraucht nach dem anfaenglichen Shock.

Am naechsten Tag gings dann mit Sylvester, der am naechsten Tag ploetzlich da stand, gleich nach Kasese in unser Projekt.
Hier ises Wunderschoen..wahnsinns Natur..reiche Tierwelt und irre sympathische menschen, fuer die es das Hoechste ist, die Hand eines Weisen zu beruehren..wundert euch also nicht, wenn ich ein bisschen arrogant wiederkehren sollte.

Zur Zeit muessen wir hier ziemlich viel organisieren, aber in spaetestens einem monat hab ich mal richtig Zeit und dann werdet ihr einen umfassenden bericht ueber meine Intimsphaere erhalten ;)

Machts gut, ich wuerde mich freuen, wenn ihr mir mal schreiben koentet.

Ich vermiss euch alle ganz arg-noooooode-, Timo

P.S.: Ihr koennt mich auch mal auf meinem handy erreichen...leider weis ich gerade die UG Vorwahl nicht und die billig Vorwahl...ihr koennt aber gern meine eltern nerven und sie fragen..vll gibts dann noch ne mousse oben drauf. Tschueueueueueues

Mittwoch, 13. August 2008

Nacht vor Abflug

Heilo,

man bin ich noch gechillt. Ich sitze hier an meinem wunderschönen PC und tue so als ob ich noch kurze Vorbereitungen treffen würde für meinen 4 Wöchigen Urlaub...aber ich weiß...spätestens am Flughafen wird sich der Wasserfall aus meinen Augen ergießen und ich würde dann am liebsten ins Gräble des Elternbettes schlüpfen. Aber das geht nicht! Ich bin tief entschlossen diese "Scheiße" durch zuziehen, da ich weiß, dass es mir sooo viel bringen wird und es einfach, nachdem ich die Durststrecke überwunden hab, es ne hammer geile Zeit wird.
Ich pack das..ich pack das--ichpackdas!

So..Gute Nacht und machts gut.
Wenn ich euch wieder schreibe, bin ich bereits ein Neger.
P.S.: Einer der nach Uganda geht, darf sowas sagen ;)

Dienstag, 12. August 2008

blablabla

lalalalalalalalaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa